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Tee im Harem des Archimedes, Deutsches Theater Berlin
(Text)

9.2.2014, Theaterkritik, nachtkritik.de

Ibrahim must stay

Berlin, 9. Februar 2014. Zum Glück gibt es nicht in allen europäischen Ländern direkte Volksabstimmungen wie in der Schweiz. Wer hätte gedacht, dass einem dieser Satz so einfach über die Lippen gehen könnte. Aber spätestens nachdem sich nun die Mehrheit der Schweizer für eine Begrenzung der „Masseneinwanderung“ von „Fremden“ entschieden hat, macht sich die Befürchtung breit, dass in den meisten europäischen Ländern das Ergebnis ähnlich ausfallen würde. Und natürlich nicht aus lachhaften Beweggründen wie „überlastete Autobahnen“ oder „Wohnungsnot“, wie sie in puncto Schweiz ernsthaft angeführt wurden.

Dass die Premiere der neuen Inszenierung von Nuran David Calis auf den gleichen Tag wie die Volksabstimmung fällt, kann man hochaktuell nennen – oder zynisch. Der Titel des Abends „Tee im Harem des Archimedes“ ist eine Verballhornung von „Theorem des Archimedes“, durch – genau: eingewanderte, fremde – Schüler. In der französischen Roman- und Filmvorlage von Mehdi Charef sind es Madjid und Pat aus dem Maghreb, in Calis’ Jugendtheater-Bearbeitung an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin sind es (auch) Ibrahim und Marof aus Guinea und Afghanistan.

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