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Gasoline Bill, Münchner Kammerspiele
(Text)

16.11.2013, Theaterkritik, nachtkritik.de

Szenisches Fleisch aus der Slapstick-Konserve

München, 16. November 2013. Es gibt diesen Widerspruch zwischen Theorie und Alltag, mit dem man leben muss. Man weiß, dass Lidl doof ist, aber er ist halt gleich um die Ecke und hat als einziges noch offen. Man weiß, dass Google eine Datenkrake ist, nur spuckt sie bessere Suchergebnisse aus als Ixquick. Man weiß auch, dass Geschlecht eine gesellschaftlich konstruierte Kategorie ist, aber im Schwimmbad gehen wir alle in die „richtige“ Umkleide. Man kann es sich in diesem Widerspruch also höchstens bequemer oder weniger bequem einrichten.

Davon handeln vielleicht alle Stücke von René Pollesch. Nur dass er den Widerspruch mal bequemer, mal unbequemer anfasst. Und manchmal, wenn es so spaßig wird wie bei „Gasoline Bill“ an den Münchner Kammerspielen, dann ist die Frage, wie viel Nebel des Verblendungszusammenhangs da eigentlich selbst verbreitet wird, zu dessen Bekämpfung er ja eigentlich angetreten ist.

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