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Das Spiel ist aus, Deutsches Theater Berlin
(Text)

28.3.2014, Theaterkritik, nachtkritik.de

Echte Radikalromantik

Berlin, 28. März 2014. Es gibt zwei grundverschiedene ästhetische Entwürfe von Theater. Einerseits der Kunst-Diskurs, derzeit dominiert vom Nicht-Verstellen, dem Präsentieren und Zeigen. Die Welt und ihre Themen sollen demnach möglichst direkt und echt ins Theater geholt und diskutiert werden. Dazu gehört, nicht einfach über die künstliche Theatersituation hinwegzugehen, sondern deren Bedingungen mitzureflektieren. Demzufolge wird die politische Kraft des Theaters auch nicht unbedingt in der Äußerung konkreter Forderungen gesehen, als vielmehr in der Sprengkraft bestimmter (offener) Formen, spezieller Akteur-Zuschauer-Konstellationen oder in der Arbeit mit Schauspielern, die unseren Sehgewohnheiten widersprechen.

Und dann gibt es den anderen Weg, für den sich Jette Steckel mit seltener Konsequenz entschieden hat. Mit Sartres „Das Spiel ist aus“ hat sie ein Drehbuch als Vorlage gewählt (1947 von Jean Delannoy verfilmt), dem sein angedachter Zweck deutlich eingeschrieben ist – durch temporeiche Parallelmontagen ebenso wie durch die hollywoodreife Story.

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